Waage - Das Rad der Schöpfung

Waage - Das Rad der Schöpfung

25. Juni 2021, Farbstifte und Fotoarbeit

In den Weisheitslehren wird die Schöpfung als ein Rad ohne Anfang und Ende beschrieben, das zyklisch in Erscheinung tritt. Jeder neue Zyklus hat seine eigene Frische, doch die Grundstrukturen bleiben weitgehend dieselben. Wenn der Impuls zu einer Schöpfung kommt, beginnt das Rad seine Bewegung und strahlt Zeit und Raum aus. Der Punkt am Anfang der Schöpfung strahlt aus und weitet sich zu einem Globus aus. Mit der Bewegung der Zeit kommen die Lichtstrahlen hervor. Aus der Subjektivität tritt die Objektivität in Erscheinung. Die Formen nehmen allmählich dichtere Materie an; der Kosmos und seine Sterne entstehen und bilden die sichtbare Schöpfung.

Die allem zugrundeliegende Essenz wird im Osten Narayana genannt, der allem innewohnende Gott Vasudeva und der alles durchdringende Gott Vishnu. Die Waage symbolisiert das Prinzip des Drehpunkts, das die Drehung des Rades bewirkt.

Für die Visualisierung des Rads der Schöpfung verwendete ich ein Foto der Sombrero-Galaxie, aufgenommen mit dem Weltraumteleskops Hubble (NASA/ESA). Ich bearbeitete das Bild einer Statue von Vishnu als Vishvarupa, der Verkörperung der kosmischen Person. Sie steht auf der Schlange Ananta, der Endlosigkeit. Ihre vielen Köpfe symbolisieren die Vielfalt der Erscheinungen. Die aus dem Zentrum der Existenz hervortretenden Ebenen der Schöpfung sind durch den Regenbogen-Kreis angedeutet.